Ritter sein heute – was bedeutet das?

Pfarrverband Hacklberg am 15.05.2026

Info Icon Perner Rudolf

Was bedeutet es eigentlich, heute im 21. Jahrhundert Ritter zu sein? Für viele klingt der Begriff nach Mittelalter, Rüstung und Schwert. Doch hinter dem Rittersein steckt bis heute eine Haltung.
 

Der deutsch-unga­ri­sche Rit­ter­or­den St. Georg ver­steht sich nicht als Rück­blick auf ver­gan­ge­ne Zei­ten, son­dern als Gemein­schaft von Men­schen, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Im Mit­tel­punkt ste­hen Wer­te wie Nächs­ten­lie­be, Gerech­tig­keit, Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und Enga­ge­ment für ande­re. Rit­ter­li­ches Han­deln bedeu­tet heu­te vor allem eines: hel­fen, wo Hil­fe gebraucht wird.
Die Mit­glie­der des Ordens unter­stüt­zen sozia­le Pro­jek­te, för­dern Schu­len, hel­fen Kran­ken­häu­sern und enga­gie­ren sich in Regio­nen, in denen Men­schen unter schwie­ri­gen Lebens­be­din­gun­gen leben. Jeder Ein­zel­ne ist auf­ge­ru­fen, mit offe­nen Augen durch die Welt zu gehen und dort aktiv zu wer­den, wo Unter­stüt­zung mög­lich ist. Über­stei­gen Her­aus­for­de­run­gen die eige­nen Kräf­te, wird die Gemein­schaft aktiv.
Die­se Idee hat eine lan­ge Geschich­te. Schon im Mit­tel­al­ter ent­stand der Orden aus dem Wunsch her­aus, auf Unge­rech­tig­keit, Not und gesell­schaft­li­che Span­nun­gen zu reagie­ren. Was damals begann, wird heu­te in moder­ner Form wei­ter­ge­führt – als bewuss­tes Leben von Wer­ten in einer Zeit, in der Mit­mensch­lich­keit oft zu kurz kommt.
Eine beson­de­re Ver­bin­dung besteht dabei auch zu Pas­sau. In der Klos­ter­kir­che Nie­dern­burg befin­det sich das Grab der unga­ri­schen Köni­gin Gise­la von Bay­ern, wodurch sich eine his­to­ri­sche Brü­cke ent­lang der Donau bis nach Ungarn spannt.
Im Rah­men eines fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes in der Klos­ter­kir­che Nie­dern­burg in Pas­sau wur­den am ver­gan­ge­nen Sams­tag 17 Frau­en und Män­ner in den Orden auf­ge­nom­men. Gemein­sam mit ihren Fami­li­en sowie bestehen­den Mit­glie­dern erleb­ten sie einen fest­li­chen Moment, der weni­ger eine Aus­zeich­nung als viel­mehr ein Auf­trag ist: sich aktiv für ande­re ein­zu­set­zen.
Einer der neu auf­ge­nom­me­nen Rit­ter­her­ren ist Rudolf Per­ner aus dem Pfarr­ge­mein­de­rat Hack­lberg. Sein Weg zum Orden ist eng mit sei­nem beruf­li­chen Wir­ken ver­bun­den. Durch sei­ne Tätig­keit im Glo­cken­gie­ßer­hand­werk führ­te ihn sein Weg wie­der­holt nach Jeru­sa­lem, wo er gemein­sam mit ande­ren an der Instand­set­zung von Glo­cken­an­la­gen in Kir­chen betei­ligt war – unter ande­rem auch an his­to­ri­schen Anla­gen, die noch Spu­ren ver­gan­ge­ner Kon­flik­te tra­gen. Dabei ent­stan­den nicht nur neue Glo­cken, son­dern auch Begeg­nun­gen mit Men­schen und ihren Lebens­rea­li­tä­ten.
Die­se Erfah­run­gen, eben­so wie sei­ne lang­jäh­ri­gen Kon­tak­te in ver­schie­de­ne Län­der Ost­eu­ro­pas, haben in ihm den Wunsch gestärkt, nicht nur zuzu­se­hen, son­dern aktiv zu hel­fen. Genau hier fand er im Rit­ter­or­den eine Gemein­schaft, die die­ses Anlie­gen teilt und kon­kret umsetzt.
Wie er selbst sagt: ​„In Gemein­schaft hof­fe ich wei­ter­hin, in die­sen Län­dern für eine gemein­sa­me euro­päi­sche Gemein­schaft etwas errei­chen zu kön­nen. Auch die längs­te Rei­se beginnt mit klei­nen Schrit­ten.“
Rit­ter sein bedeu­tet heu­te also nicht, einen Titel zu tra­gen, son­dern eine Hal­tung zu leben. 14.05.2026 Anna Lena Rösch

Weitere Nachrichten

06.10.2026

Erntedank – ein farbenfroher Dankgottesdienst

Am 4. Oktober wurde in Hacklberg Erntedank gefeiert.

27.09.2026

Gemeinsam unterwegs - Mini-Ausflug in den Bayernpark

Nach langer Zeit kamen die Minis aus unserem gesamten Pfarrverband wieder einmal zusammen.

21.09.2026

Ehrenamtsabend

 Viele Gaben, ein Geist, ein Abend, eine Gemeinschaft

17.08.2026

Maria Himmelfahrt – ein Fest zwischen Glaube und Natur

Am 15. August feierten auch wir Mariä Himmelfahrt – ein Fest, das an die Aufnahme Marias in den Himmel…