Maiandacht der Ministranten – „Knoten lösen“

Pfarrverband Hacklberg am 18.05.2026

Info Icon Nora Schlingmann

Am Samstag luden die Ministranten und Gruppenleiter zur Maiandacht ein.

Ursprüng­lich im Stadt­park bei ​„Maria im Wal­de“ geplant, muss­te die Andacht auf­grund des schlech­ten Wet­ters in die Pfarr­kir­che St. Koro­na ver­legt wer­den. Der beson­de­ren Atmo­sphä­re tat dies jedoch kei­nen Abbruch. Wäh­rend der Andacht fie­len sogar Son­nen­strah­len durch ein Fens­ter und beleuch­te­ten den Sei­ten­al­tar mit Maria – ein Moment, der die Stim­mung auf beson­de­re Wei­se unter­strich.
Im Mit­tel­punkt stand das The­ma ​„Kno­ten lösen“ – pas­send zum Mari­en­mo­nat Mai, der in beson­de­rer Wei­se Maria gewid­met ist. In der christ­li­chen Tra­di­ti­on wird sie auch als ​„Kno­ten­lö­se­rin“ bezeich­net — als eine, an die sich Men­schen mit ihren Sor­gen und Pro­ble­men wen­den kön­nen.
Zur the­ma­ti­schen Hin­füh­rung wur­de ein Seil mit vie­len Kno­ten gezeigt – durch­ein­an­der, fest­ge­zo­gen, kaum zu ent­wir­ren. Gemein­sam mit den Kin­dern wur­de ver­sucht, die­se Kno­ten zu lösen. Dabei wur­de schnell deut­lich: Jeder kennt sol­che ​„Kno­ten“ aus dem eige­nen Leben. Manch­mal sind es ganz ein­fa­che Din­ge, wie ein ver­kno­te­tes Schuh­band. Oft aber sind es die inne­ren Kno­ten – Sor­gen, Ängs­te oder Wor­te, die im Hals ste­cken blei­ben und uns sprach­los machen.
Ein Gedan­ke zog sich dabei durch die Andacht:
Manch­mal braucht es jeman­den, der uns hilft, unse­re Kno­ten zu lösen.
In einem ruhi­gen Moment, beglei­tet von lei­ser Musik, waren alle ein­ge­la­den, selbst aktiv zu wer­den: Jeder konn­te einen Kno­ten in ein Seil knüp­fen – als Zei­chen für das, was ihn gera­de belas­tet oder beschäf­tigt. Die­se per­sön­li­chen ​„Kno­ten“ wur­den anschlie­ßend nach vor­ne getra­gen und sym­bo­lisch Maria anver­traut.
So wur­de die Mai­an­dacht zu einem stil­len, aber sehr per­sön­li­chen Erleb­nis, das vie­le zum Nach­den­ken anreg­te.
Musi­ka­lisch beglei­tet und vor­be­rei­tet wur­de die Andacht von Bar­ba­ra Mai­er. Bei der Gestal­tung vor Ort wur­de Sie von den Grup­pen­lei­te­rin­nen aus St. Kon­rad unter­stützt.
Im Anschluss klang der Abend in gemüt­li­cher Run­de aus. Die Minis­tran­ten, Grup­pen­lei­te­rin­nen und Kin­der ver­brach­ten noch gemein­sa­me Zeit mit Spie­len und Pizza.

Maria – die Knotenlöserin

Wir ver­su­chen oft, alles selbst zu ent­wir­ren.
Zie­hen hier, zer­ren dort –
aber manch­mal wird der Kno­ten nur fester.

Manch­mal sind es nicht die gro­ßen Din­ge, die uns fest­hal­ten,
son­dern die klei­nen Kno­ten im All­tag:
Sor­gen, Gedan­ken, Wor­te, die wir nicht aus­spre­chen können.

Maria wird die Kno­ten­lö­se­rin genannt.
Nicht, weil sie alles sofort gut macht –
son­dern weil sie zuhört, annimmt und hilft,

das zu lösen, was uns inner­lich festhält.

Viel­leicht geht es nicht dar­um, alles selbst zu lösen,
son­dern dar­um, jeman­den zu haben,
dem wir es anver­trau­en können.

Anna Lena Rösch

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