Ursprünglich im Stadtpark bei „Maria im Walde“ geplant, musste die Andacht aufgrund des schlechten Wetters in die Pfarrkirche St. Korona verlegt werden. Der besonderen Atmosphäre tat dies jedoch keinen Abbruch. Während der Andacht fielen sogar Sonnenstrahlen durch ein Fenster und beleuchteten den Seitenaltar mit Maria – ein Moment, der die Stimmung auf besondere Weise unterstrich.
Im Mittelpunkt stand das Thema „Knoten lösen“ – passend zum Marienmonat Mai, der in besonderer Weise Maria gewidmet ist. In der christlichen Tradition wird sie auch als „Knotenlöserin“ bezeichnet — als eine, an die sich Menschen mit ihren Sorgen und Problemen wenden können.
Zur thematischen Hinführung wurde ein Seil mit vielen Knoten gezeigt – durcheinander, festgezogen, kaum zu entwirren. Gemeinsam mit den Kindern wurde versucht, diese Knoten zu lösen. Dabei wurde schnell deutlich: Jeder kennt solche „Knoten“ aus dem eigenen Leben. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, wie ein verknotetes Schuhband. Oft aber sind es die inneren Knoten – Sorgen, Ängste oder Worte, die im Hals stecken bleiben und uns sprachlos machen.
Ein Gedanke zog sich dabei durch die Andacht:
Manchmal braucht es jemanden, der uns hilft, unsere Knoten zu lösen.
In einem ruhigen Moment, begleitet von leiser Musik, waren alle eingeladen, selbst aktiv zu werden: Jeder konnte einen Knoten in ein Seil knüpfen – als Zeichen für das, was ihn gerade belastet oder beschäftigt. Diese persönlichen „Knoten“ wurden anschließend nach vorne getragen und symbolisch Maria anvertraut.
So wurde die Maiandacht zu einem stillen, aber sehr persönlichen Erlebnis, das viele zum Nachdenken anregte.
Musikalisch begleitet und vorbereitet wurde die Andacht von Barbara Maier. Bei der Gestaltung vor Ort wurde Sie von den Gruppenleiterinnen aus St. Konrad unterstützt.
Im Anschluss klang der Abend in gemütlicher Runde aus. Die Ministranten, Gruppenleiterinnen und Kinder verbrachten noch gemeinsame Zeit mit Spielen und Pizza.
Maria – die Knotenlöserin
Wir versuchen oft, alles selbst zu entwirren.
Ziehen hier, zerren dort –
aber manchmal wird der Knoten nur fester.
Manchmal sind es nicht die großen Dinge, die uns festhalten,
sondern die kleinen Knoten im Alltag:
Sorgen, Gedanken, Worte, die wir nicht aussprechen können.
Maria wird die Knotenlöserin genannt.
Nicht, weil sie alles sofort gut macht –
sondern weil sie zuhört, annimmt und hilft,
das zu lösen, was uns innerlich festhält.
Vielleicht geht es nicht darum, alles selbst zu lösen,
sondern darum, jemanden zu haben,
dem wir es anvertrauen können.
Anna Lena Rösch


