"Für alles ist ein Kraut gewachsen" - Frauenbundfahrt ins Mühlviertel

Pfarrverband Hacklberg am 17.07.2025

Info Icon Siebert Anne

Nach Bad Leonfelden im oberen Mühlviertel entführte Helga Odia-Kausner, Vorsitzende des Frauenbundes Hacklberg, ihre Mitglieder und die der Zweigvereine.Seit dem Mittelalter führen hier die Handelsstraßen nach Böhmen und begründeten den Wohlstand der ansässigen Bürger. Dem moorhaltigen Wasser verdanken die Leonfeldener auch ihre Umbenennung in Bad Leonfelden. Unweit davon, in Thierberg, steht das Zentrum der österreichischen Bergkräutergenossenschaft. Über die Hintergründe dieses alternativen Zweigs der Landwirtschaft erfuhren die Besucher, dass die Bauern wegen geringer Ergiebigkeit des herkömmlichen Ackerbaus nach einer Perspektive suchten. Dabei erkannten sie die Möglichkeit zum Anbau heimischer Kräuter.  Kleine Felder inmitten einer bergigen Landschaft begünstigten diese Entscheidung. Granithaltige Böden, warme Tage und kalte Nächte sind zudem gute Bedingungen. Kräuter verlangen andere Anbaumethoden, andere Verarbeitungsschritte,  schnelle Trocknung und keimfreie Lagerung. Die 1986 von den Landwirten gegründete Genossenschaft, 30 Bio-Kräuterbauern gehören dazu, ermöglicht gegenseitige Unterstützung bei allen wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der Kräutergewinnung. Vor allem die Vermarktung muss gezielt geplant werden, um lukrativ zu sein. Die Genossenschaft  garantiert  dabei höchste Qualität und  bestmöglichen Geschmack. Direkt vom Feld auf den Tisch, so wirbt die Gesellschaft. Über 350 Tonnen Kräuter werden jährlich hier verarbeitet, verpackt und versendet, keimfrei versteht sich, wofür absichernde Kontrollen garantieren. So durften  die Lagerhallen nur mit Schutzkleidung betreten werden. Obligatorisch auch die Verkostung der hergestellten Produkte: Das Angebot reichte von Gemüsesuppe zu  verschiedenen Brotaufstrichen und gesunden Kräutertees und sollte wohl Gusto machen beim Kauf des breit gefächerten Warensortiments im angeschlossenen Shop. Den wohlriechenden Duft der Bergkräuter noch in der Nase ging es im Anschluss  zurück nach Bad Leonfelden ins  Café der Lebzelterei Kastner, einem Haus mit 450jähriger Tradition in Sachen Lebkuchenherstellung. Nicht ganz so gesund, aber doch sehr köstlich waren die Verlockungen dort, von denen sich die Frauen gerne verführen ließen, bevor sie Heimreise antraten.                                  
                                                                                                                         A. Siebert                                                                                                                                    

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