Helga Odia-Kausner, Vorsitzende des Hacklberger Frauenbunds, begrüßte die Mitglieder des Pfarrverbands in der Pfarrkirche St. Konrad. Nigeria liegt 2026 im Focus der Betrachtung, ein aufstrebendes Land auf dem afrikanischen Kontinent. Elisabeth Ebner, Vorsitzende des Frauenbunds St. Salvator, schuf mit einer Power-Präsentation einen Überblick bezüglich der geografischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten dieses Staates mit seinen 230 Millionen Menschen. Regionale Unterschiede und 250 Ethnien mit jeweils eigenen Sprachen erschweren eine gut funktionierende politische Führung. Trotz der vielen Bodenschätze wie Öl, Gas und Gold, die wachsenden Wohlstand einiger zur Folge haben, leben viele Menschen in großer Armut. Dieses soziale Ungleichgewicht bedingt zwangsläufig Kriminalität, Banden-überfälle und Korruption. Vor allem die Frauen haben schwer daran zu tragen. Auf dem Land müssen Frauen und auch Mädchen oft kilometerweit gehen, um Wasser und Holz zu holen, meist auf dem Kopf, für Schule bleibt keine Zeit. Aber ohne Schulbildung bzw. Ausbildung bleibt die Zukunft ohne Perspektive. Frühe Verheiratung und Schwangerschaften bilden ein weiteres Hindernis, etwas für sich zu verändern. Die Alltagslasten sind sichtbar, vieles an Erschwernissen bleibt im Verborgenen. Exemplarisch für die Ängste und Probleme der Frauen wurden drei Briefe verlesen, in denen Frauen zu Wort kommen. So klagt eine Witwe, dass sie als Frau und Mutter nach dem Tod ihres Mannes jegliche Unterstützung vermisst habe. Die Mutter einer Tochter berichtet über die tägliche Angst, ihre Tochter könnte in der Schule Opfer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram werden. Eine andere ist verzweifelt wegen der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen, die die Existenz ihrer Familie bedrohen. Doch die Berichte lassen auch Mut und Optimismus erkennen, denn immer wieder zeigen sich Helfer in aussichtslosen Situationen. Alle Frauen haben Sehnsucht nach einer besseren Welt und ihr Glaube gibt ihnen die nötige Kraft, gibt ihnen Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit. Lasten tragen helfen, um andere zu entlasten, so das Fazit des Gottesdienstes. Wer Solidarität zeigt, in welcher Form auch immer, ob durch Gebet oder Spenden, handelt im christlichen Sinne. Organisiert wurde die nachhaltige Feier von einzelnen Mitgliedern des Frauenbundes, für die musikalische Umrahmung mit nigerianischen Liedern sorgte die Akkordeongruppe der Familie Vordermeier mit der Solistin Bettina Weber. Eine Einladung in den Pfarrsaal zu afrikanischen Eintöpfen, um den Weltgebetstag kulinarisch ausklingen zu lassen, ließen sich die Frauen nicht entgehen. (ans)

